7 Was bringen Übungen?

„Übung macht den Meister“

oder

„mit richtigen Stimm- und Sprechübungen zu Kapazität und Qualität“

Diese lieb gemeinten Weisheiten, die zuweilen geflissentlich überhört werden, haben keineswegs an Gültigkeit verloren. Wer etwas neu erlernen möchte, unabhängig von der Sache selbst, muss Ausdauer beweisen. Musiker wissen dies, Schauspieler und Sportler ebenfalls.

Nicht anders verhält es sich für das Erlernen professioneller Sprechqualitäten, denn Stimmgebung und Sprechen sind auch hier bewusst und gezielt gesteuerte, auf mehreren Ebenen des Körpers umgesetzte Formen der Bewegung und Koordination. Bei der bewussten Steuerung von Stimme und Sprache und ihren auditiven Transport von verbalen und nonverbalen Inhalten dienen die beweglichen, anatomischen Strukturen der Atmung und des Stimmapparates zur Tonerzeugung einerseits und die Sprechwerkzeuge zur Lautformung und Artikulation des Wortes andererseits.

Also: Ohne Bewusstsein, Atmung, Muskulatur und den physischen Apparat Körper ist Sprechen und Ausdruck unmöglich.

Zugunsten einer stabilen und regulierbaren Funktion von Stimme und Sprache ist es notwendig eine trainierbare Basissituation zu schaffen, die aufbau- und erweiterungsfähig ist und Aussichten für Kondition und den Aufbau weiterer Fertigkeiten ohne Anstrengung ermöglicht.

Hier gilt es, die Konditionen für motorisch lockere Bewegungs-abläufe zu erarbeiten, um die physikalischen Vorgänge der Stimm-gebung konsequent nutzbar zu machen. Nur unter hochqualifizierter Anleitung ist erst jetzt ein neuer Status aufbaufähig und stabilisierbar.

Es wird der Weg eines Trainings zur Verbesserung der Atem-, Stimm- und Sprechfunktion beschrieben, die Grundlage für den weiteren Aufbau künstlerischer, journalistischer oder repräsentierender Sprecher- Disziplinen und Gesang – für Profis oder Halbprofis.

Die Stimmexpertin Petra Wolf-Perraudin zeigt in ihrem Unterricht Wege auf, die zum Erreichen solcher individuellen Ziele nötig und dienlich sind.

Stimmbildung oder Körper-Stimmbildung, was ist der Unterschied?

Bei der Stimmbildung im üblichen, traditionellen Sinn richtet sich die Korrektur und bewusste Orientierung nach der Ausbreitung und Qualität des physikalisch erzeugten Tonergebnisses aus.

Die Qualität dieses Tones wird dann unter ästhetisch eher physikalisch bewertetem Maßstab nach der Klangqualität, wie Klangfülle, Klangfarbe, Entstehungsort und Abwägen des physikalisch akus-tischen Ergebnisses von Tragfähigkeit, Oberklangreichtum, Resonanzfähigkeit und akustisch räumlicher Durchschlagskraft u.a. bewertet – gewissermaßen nach rein tonästhetischen und tonbewertenden Gesichtspunkten.

Auf welche Weise die physisch funktionale Umsetzung des Tones dabei verläuft, ist bei dieser beschriebenen Stimmbildungsschule eher unbedeutend, was sich bei professionellen und stressumwobenen Belastungssituationen ganz schnell als ein drastisches Manko zeigt. Dieser aus meiner Sicht veralteten Herangehensweise und methodischen Orientierung fehlt der Bezug und die Solidität eines gesunden, funktionalen Stimmaufbaus. Hier fehlt obendrein der Boden für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserem zart gebauten, aber hervorragend trainierbaren körpereigenen Instrument, der zwingend ist und der Herstellung der entsprechenden vokalen Leistungsfähigkeit dienen soll.“

Darüber hinaus – „Für den Profi ist schließlich die Frage nach der stimmlichen Leistungsfähigkeit und Arbeitsfähigkeit des Stimmorgans auch eine Frage der Arbeitsjahre – je mehr desto besser für den „Hochleistungs-Profi“! “ sagt Frau Wolf-Perraudin.

Körper-Stimmbildung wie hier am Beispiel des Vocalitas®-Trainings dagegen hat das solide Training der physisch basisgebenden Grund-funktionen wie Atem, Haltung, Koordination und Stimmphysiologie im Focus, die fundamentale Funktionen der Tonbildung und Sprechbewegung und erzeugender Kräfte beaufsichtigt, reguliert und gut trainiert. Die rein tonästhetisch-physikalisch genannten Kriterien und Zielsetzungen der traditionellen Stimmbildung kommen hierbei erst am Ende eines regulierten Weges des Körpertrainings eher beiläufig zum Zuge. Die gestalterisch stimmliche Maßgabe kann nur so offen für kapazitäre Ideen sein, wie die optimiert erarbeitete physische Grundkonstellation diese leicht, selbstverständlich und unangestrengt zulassen.

Die funktionale Grundsituation mit der stimmbildenden Wirksamkeit des Atems bestimmt hier die Tonqualität, so, wie ich es durch erlerntes Bereitstellen und Achtsamkeitserwerb führen kann.

So können Tonqualität und Kondition auf ganz natürlichem Wege erarbeitet, wunderbar trainiert und gezielt hergestellt werden, was selbstverständlich nur unter qualifizierter fachlicher Anleitung möglich wird.

Obendrein kann sich bei einem genannt effizienten Training so eine volltönende Stimme entwickeln, die hier akustisch qualitativ und mühelos „körperreichen, wohl timbrierten Stimmklang“ generieren kann. („Timbre“ – ein Begriff aus der Weinkunde für Temperiertheit des Weines). Eine verbesserte Atmung ist dabei für die Tongebung extrem wichtig, da sie die Konstanz und Energie des Tones und seine Ausführungsdauer trägt. Die Atemführung ist gewissermaßen der Motor und Energieträger des Ganzen.

Die langjährig erfolgreiche Stimm- und Sprechspezialistin ergänzt: „Eine qualifiziert erlernte Körper-Stimmbildung erarbeitet Körperfunktionen pro Stimmproduktion mit Stimmpräsenz und -qualität, dazu eine exzellente Stimm-Sprechkoordination mit mühelos leichtem Bewegungsablauf, ergänzt durch eine abgestimmte Koordination von Bewegung und Atmung sowie des Sprechablaufs.“ Dies seien qualitätsrelevante Kriterien für einen guten Basisaufbau im Bereich von Körperarbeit und Stimmbildung.

Nach den Worten von Frau Wolf-Perraudin fließen allein physisch etwa 10 primäre, funktional direkt beeinflussende Faktoren der Körperfunktionen in die Stimmgebung ein.  Sie beeinflussen die Qualität bei der Ton-Erzeugung direkt. Hinzukommt ein sehr viel größerer Anteil sekundärer Faktoren verschiedener anderer Richtungen: Bewusstsein, Regulierung, Vor-Training, Vorbereitung, Koordination, Verfassung, Leistung herstellen …etc.

Stimme wird nach dieser Auffassung zu einer funktionell akustischen Repräsentanz einer Summe vieler funktionsbestimmender Teil-Faktoren und des psycho-physischen Zustands. Das heißt sie wird auch situativ beeinflusst. Der Ton ist demnach ein akustisch qualitatives Ergebnis, ein Merkmal und Gradmesser des aktuellen Zustandes und Aussagewunsches der Person, seine klangliche Verstärkung ist von weiteren körperlichen und räumlichen Faktoren abhängig, die Resonanz fördern.

Laut Frau Wolf-Perraudin sollten effektive Übungen der Körper-Stimmbildung physisch lockern und aufwärmen, Funktionen stärken und sichern, Atmung und Stimmenergie aufbauen, Gesamt-Energie bereitstellen, ganzheitlich trainieren, auf Belastung vorbereiten und Balance ermöglichen, praktisch überall ausführbar sein sowie das physische Bewusstsein schärfen. Dann seien die Übungen „Gold wert“ und die Tongebung könne in jeder Hinsicht dadurch gewinnen.

Aus diesem Grund hat Frau Wolf-Perraudin ein hoch effektives Vocalitas-Übungsprogramm zur Herstellung für physisch-lockeren Aufbau des Stimm-„Wohlklangs“ nach methodisch und fachlich qualifizierten Gesichtspunkten eigens entwickelt – nach fachlichen Kriterien zur funktionellen Koordination, Erhaltung, Steigerung und Dynamisierung der Stimm- und Sprechkonstitution und Kondition, für mühelose Stimm-Arbeit, Stress-reduktion und Balance –besonders empfohlen für Stimmfitness im Profi-Bereich. cth     

© 2013 Copyright der Autor dieses Artikels

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