2 Bewegung neu entdecken

Ein Erfahrungsbericht zum ganzheitlichen Ansatz der VOCALITAS®-Lehrmethode

Wie fühlt es sich wohl an, das Schwingen der Arme oder das Federn der Beine nicht zu spüren?

Die Antwort darauf fällt so einfach aus, wie für Ärzte und viele Sportler wenig nachvollziehbar: Die Wahrnehmung dafür existiert schlichtweg nicht.

Wer den Kontakt zu seinem Körper verloren hat, denkt über seine Gliedmaßen und deren Beweglichkeit allenfalls nach, wenn sie schmerzen oder anderweitig eingeschränkt sind.

Solange sie funktionieren, im Sinne ihrer alltäglichen Bestimmung, existieren Arme und Beine kaum noch in der Wahrnehmung.

Ihre Beweglichkeit neu zu entdecken, kommt einer Neuentdeckung des eigenen Körpers gleich. Ein Erfahrungsbericht.

Computerarbeit kann fatale Folgen haben, sofern nicht der sportliche Ausgleich erfolgt. Die Bewegung wird auf ein Minimum reduziert, die Atmung flach.

Folge: auf Dauer verkümmert die Motorik. Hinzu kommen alltäglich sowie beruflich Eil- und Stress-Situationen im persönlichen, fachlichen und sozialen Bereich, die jederzeit meist völlig unbewusst heftige Muskelanspannungen hervorrufen. Der Muskeltonus des ganzen Körpers ist stark erhöht. Man fühlt sich höchst „angespannt“.

Auch verbale und vor allem stimmliche Leistungen werden durch die gesamte physische Überanspannung zu einem übertriebenen Kraftakt zu einer Dysfunktion und damit zu einem Verschleiß des Stimmorgans mit seiner zarten Stimmlippenstruktur führen kann. Wer beruflich seine Stimme gezielt und dauerhaft einsetzen möchte, sollte also umdenken.

Dies gilt vor allem für vokal-intensive Berufe allgemein, aber auch für Vokalberufe wie TV- und Radio- Journalisten, Medienberufe, Sänger und u.a..

Nach dem ganzheitlichen Ansatz der VOCALITAS®-Lehrmethode für Stimme, Sprache und Präsentation kann Stimme nur dann volle Klangfähigkeit und Wohlklang entfalten, wenn die physische Gesamtspannung des Körpers auf ein ausgeglichenes Maß reduziert wird und frei von Fehlanspannungen ist.

Was hier einfach klingt, erfordert Zielorientierung, Motivation und Ausdauer für die Umsetzung, denn effektives Stimmtraining ist ein Langzeitaufbau und benötigt Geduld und Disziplin.

Wichtig ist hierbei zunächst die Herstellung einer Trainingsgrundlage, die einen gezielten Aufbau mit Lockerheit und freier Bewegungsdynamik möglich macht – mehr noch, es ist eine Notwendigkeit.

Nur ein trainierbarer Ausgangspunkt, der stimmlichen Aufbau und Entfaltung mit regulärem Wachstum ermöglicht, ist auch ein erfolgversprechender und verantwortungsvoller Trainingsaufbau.

Dieser Wegbeginn der ganzheitlich orientierten und lebenserfahrenen VOCALITAS®-Lehrmethode beginnt bei einem angemessenen physischen Bewusstsein für den Körper und die Stimmfunktion, das gezielt erlernt werden muss. Aber wie?

Wer die Entstehung von Stimme und Sprache in dem eigenen Körper zunächst verstehen und später steuernd regulieren möchte, muss seinen Körper kennenlernen und den Einklang „mit sich selbst“ neu erarbeiten. Der Klient sollte erfahren, wie es sich mit den „biologischen“ Grundlagen z.B. den Verknüpfungen physischer Gesetzmäßigkeiten, den Bedingungen der Körperfunktionen und Regelkreise verhält, die das „Laufen“ oder die Stagnation für Stimme und Sprache betreffen – im regulierenden Zusammenspiel von Bewegung, Atmung und Tongebung.

Nach Auffassung des leitenden Coaches ist Stimme nicht absolut zu sehen, sondern als ein individuell situatives Ergebnis – der Summe verschiedenster funktioneller Regelkreise – der physischen und psychischen Situation, der Sichtweise und Einstellung des Menschen, sowie seines physischen Verhaltens. Stimme mit seiner eigens entstandenen Tonqualität ist hier die akustisch-situative Repräsentanz einer Person – bedingt durch die aktuell bestehenden Regelmechanismen des Körpers und der Wechselbeziehung von Psyche und Körper in dieser Situation.

Interessant dabei ist, dass der Körper häufig ganz unbewusst, beispielsweise bei erhöhter Aufmerksamkeit oder in besonderen Stress-Situationen, starke Anspannungen bis hin zum sogenannten muskulären „Hartspann“ entstehen lässt, der sich direkt auf die Stimmgebung, Stimmentfaltung, das Wohlbefinden, sowie die gesamte physische Beweglichkeit, in diesem Fall hemmend auswirken kann.

In einer entsprechenden physischen Momentaufnahme wie beschrieben, ist die stimmliche Situation und ihre Leistungsfähigkeit unabdingbar eingebettet, mit entsprechenden Folgen für Tonbildung und Aussagemodus, den klanglichen Eigenschaften stimmlichen Ausdrucks.

Für den unmittelbaren Ausgleich des Körpers als Reaktion auf eine Fehlspannung der Muskulatur gilt: auf eine Fehlspannung folgt garantiert eine zweite – eine zieht eine andere kompensatorisch nach sich.

Aus diesem Grund ist das Erlernen regulierender Stressbalance und der Abbau falscher Muskelspannungen eine vorbeugend wichtige Disziplin, die zur Körper-Stimmbildung, für den Aufbau der Stimme und rechten Stimmführung erlernt werden muss.

Vocalitas, lateinisch „Wohlklang“ , benennt bei dieser Lehr-Methode jene entscheidend angenehme Tonqualität auf der Grundlage physischer Balance, der dann entstehen kann, wenn z.B. die Art der Aufrichtung, die Haltung des Kopfes, die Koordination der Bewegungen mit dem optimierten Atem direkt aufeinander abgestimmt und trainiert sind – in einem gut funktionierenden Regelkreis, der manchmal auch neu angelegt und erlernt werden muss.

Sprechklang kann Sprache zum klingen bringen – ein völlig schonender, absolut müheloser Ablauf mit rundem Stimmtimbre, das sich tonlich nebengeräuschfrei, klar und klanglich offen präsentiert, sowie freies Atmen sicherstellt.

Körperliches „Fehlverhalten“, hier ist auch das stimmliche gemeint, lässt sich durch regulierte Bewegung unter Anleitung ersetzen und zu einem verbesserten Ablauf und Ergebnis trainieren. Was hier unter Sprech-Bewegung verstanden wird, meint nicht allein das Bewegen der Sprechwerkzeuge, sondern eine bestimmte muskuläre und gesamtphysische Aktivität und Bewegung, wie auch die Stimmgebung des Ausdrucks.

Wenn Sprechen nicht zu einem mühevollen Kraftakt werden soll, müssen Muskeln gelöst und locker sein, die Atmung frei.

Die Vokalexpertin Frau Petra Wolf-Perraudin, selbst durch etliche Vokal-(hoch-)schulen gegangen, hat daher eine Reihe von essentiellen Übungen über Erfahrungs-Jahrzehnte intensiver Vokalarbeit entwickelt, die direkt auf effektivsten Stimmaufbau und Sprechklarheit abzielen.

Die Übungen sollten einfach sein, doch im Detail steckt die Kraft!“, davon ist sie überzeugt. Ein sinnvolles Training  bzw. Coaching muss hier eine aufbaufähige Basis schaffen, einen trainierbaren Ausgangspunkt ermöglichen – das fordert vom Lehrenden viel Fach-Kompetenz und Verantwortlichkeit. Eine fehlgesteuerte Irrfahrt einer Lehre ist meist nur schwer, manchmal auch gar nicht mehr „auszubügeln“.

Denn Muskelarbeit ohne physiologische Kenntnisse oder den Stimmaufbau ohne die Einhaltung einer gezielten Reihenfolge eines sinnvollen Aufbaus führt verantwortungslos und zwangsläufig in die Stagnation einer stimmlichen Dysfunktion – das Gegenteil eines gesunden und viel versprechenden Lernzieles.

Die VOCALITAS®-Übungen zu Gunsten des Stimmaufbaus und der richtigen Atmung dienen der Lockerung und Koordinierung der Physis.

Darüberhinaus haben sie gleich mehrere Effekte: Das Gefühl für Körper und die Art der Bewegung rückt ins Bewusstsein. Die Koordinierung von Atmung und Bewegung wird herstellt und trainiert. Es entsteht eine ganzkörperliche, muskuläre Balance, die der Humus ist, auf dem sinnvolle Stimmentwicklung gedeihen kann.

Sprechen mit aller größter Leichtigkeit, ein natürlicher und vollkommen selbstverständlicher Vorgang, der sich über Stunden hinweg fortsetzen lässt, ohne dass die Stimme müde wird oder irgend etwas vor Anstrengung schmerzt – so soll es sein. Dies gelingt nur mit der richtigen Atemform, die zuvor sicher erlernt werden muss.

Ziel des Stimmtrainings ist es, im Körper Orientierung zu finden, ihn als Klangkörper wahrzunehmen, die Koordination von Bewegung, Atmung und Sprechen herzustellen, die Stimme koordiniert zu entwickeln und bewusst einzusetzen.

Kommt dann die Stimme wirklich „mehr aus dem Bauch“, ist sie resonanzreicher, schöner und selbstverständlicher – und … „ein wunderbares Gefühl“ … und, ein echter Wohlklang.

Es entsteht Schwingung als Vibration, als fühlbarer Ton – klangvoll und rund – und, als ein ganz sicheres Indiz: kommt der Ton mühelos, fühlbar ohne jegliche Anstrengung – ist der Lernende auf dem richtigen Weg.

Und danach folgt noch mehr:

Dem Trainierenden erwächst die Spontaneität in der Äußerung, mehr Gehör in seiner Umwelt, ein sicheres Gefühl für sich Selbst, die „eigene Macht“ und das zusätzliche Quantum an „Handwerkszeug“ für Ausdrucksfähigkeit, Selbstwirksamkeit und „Wirksamkeit“ in der Kommunikation.

Stimme ist das Ergebnis verschiedener Körperfunktionen und verschiedener Vorbedingungen, die geschaffen werden müssen.

Ein sinnvolles Stimmtraining, so die Stimm-, Sprech- und Gesangspädagogin Petra Wolf-Perraudin, arbeitet nicht am Tonergebnis, sondern beschäftigt sich mit den einfließenden Teilaspekten, die Stimme bedingen.

Dies ist der Ansatz der ganzheitlichen Betrachtung der besonderen Stimmbildung, die sich besonders dann als überaus sinnvoll und effektiv erwiesen hat, wenn Körper und Haltung locker und unverkrampft sind. Dann ist alles so leicht und klingt herrlich …, dann ist er gefunden, der aufbauende Weg der Stimmbildung contra Verschleiß.

Sprech- und Stimmausbildung, die ausschließlich den Fokus auf das Sprechen oder den Ton richtet, ohne sich dabei auf den Körper einzustellen, verfolgt eine verkürzte Strategie, die sich „nicht auszahlt“. Hier wird die Rechnung „ohne den Wirt“ – des umsetzenden Körpers und der persönlichen psychischen und physischen Umstände – gemacht.

Das Erlernen der inneren Achtsamkeit und eine gute Koordination von Bewegung und Atmung sind fürs Sprechen ebenso unerlässlich, wie das regelmäßige Training.

Das VOCALITAS®-Coaching ist ein Erlebnis intensiver Schule, Bereicherung und Selbsterfahrung zugleich. Der Teilnehmer entdeckt seine Ressourcen als Fähigkeiten, die zu Fertigkeiten werden können, auch noch im fortgeschrittenen Alter.

Als 28-jähriger, diplomierter Journalist in Festanstellung stehe ich vor dem Ende meiner Sprechausbildung – ich habe viel gelernt und möchte neben meiner Autorentätigkeit als Nachrichtenjournalist auch journalistischer Sprecher tätig werden.

Die stark verbesserten Ergebnisse meiner zuvor nicht existierenden Körperwahrnehmung und der Stimmarbeit haben mich wirklich überrascht und sind äußerst vielversprechend – die Stimme ist größer geworden und gut timbriert, ist voller und runder im Klang – ich fühle mich mehr und vollwertiger.

Ich verfolge mein Ziel, als Nachrichtenjournalist meine Beiträge professionell sprechen zu können – eine erfahrungsreiche und äußerst wichtige Zeit.

Stimm- und Sprechtraining im VOCALITAS® –Vergleich …

Der Unterricht fördert und fordert, wirkt stimulierend, sensibilisiert, macht sinnerfahren, Emotion und Ausdruck fühlbar, mich aufbauend, repräsentierend, gestaltend, steigerungsfähig, ausdrucksvielfältig, farben- und erlebnisreich, überraschend bis manchmal nahezu unerklärlich … ist ähnlich wie das Erlernen eines Musikinstruments, jedoch des körpereigenen, wobei Musikalität und Musikerfahrung nicht Bedingung ist.

Die Prognose dieses Vocal Coaches lag niemals daneben, in einer Disziplin, die nicht jeder untrainiert erfassen kann, die jederzeit durch Übung erlernt werden kann – jedoch regelmäßig trainiert, gepflegt und gezielt erhalten werden muss.

Im Klartext gesprochen: eigentlich hätte jeder seine Chance ! cth

© 2013 Copyright Autor dieses Artikels

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